{"id":6786,"date":"2023-04-04T10:58:15","date_gmt":"2023-04-04T08:58:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.peopleplan.eu\/?p=6786"},"modified":"2025-01-28T00:19:14","modified_gmt":"2025-01-27T23:19:14","slug":"die-5-wichtigsten-erfolgsfaktoren-im-personalkostencontrolling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peopleplan.eu\/die-5-wichtigsten-erfolgsfaktoren-im-personalkostencontrolling\/","title":{"rendered":"Die 5 wichtigsten Erfolgsfaktoren im Personalkostencontrolling"},"content":{"rendered":"\t\t
Wie k\u00f6nnen Unternehmen mit Personalkostencontrolling trotz Inflation und Fachkr\u00e4ftemangel Personalkosten verl\u00e4sslich planen, messen und steuern?<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
In Deutschland, \u00d6sterreich, Schweiz und vielen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern machen die Kosten f\u00fcr L\u00f6hne und Geh\u00e4lter in den Unternehmen bei weitem den gr\u00f6\u00dften Kostenblock aus. Dies gilt insbesondere f\u00fcr den Dienstleistungssektor. Dies ruft ein funktionierendes Personalkostencontrolling auf den Plan, bei dem die Planung, Kontrolle und Steuerung der Kosten die Hauptaufgaben sein m\u00fcssen. Am Ende stehen die wichtigen Fragen: In welchen Abteilungen kann ich mir wieviele zus\u00e4tzliche Mitarbeiter als Unternehmen leisten oder ist hierf\u00fcr \u00fcberhaupt ein Budget vorhanden? Welche Lohnkostensteigerungen sind realistisch und bezahlbar? Auch Tarifabschl\u00fcsse haben massive Auswirkungen auf das Personalkostencontrolling, so dass diese immer genau durchgerechnet werden m\u00fcssen, um auch im Folgejahr noch wirtschaftlich zu arbeiten. Das Personalkostencontrolling ist der Bereich des Personalcontrollings, der sich ausschlie\u00dflich mit der Planung, Messung und Steuerung von relevanten finanzwirtschaftlichen Kennzahlen \u2013 den Personalkosten – besch\u00e4ftigt.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
Im Personalkostencontrolling sind drei zentrale Parameter von Bedeutung:<\/p>\n
Headcount oder \u201eK\u00f6pfe\u201c ist die Anzahl der Mitarbeiter gesamtheitlich oder als Summe von Mitarbeitenden in einzelnen Kostenstellen, Niederlassungen oder Landesgesellschaften. F\u00fcr das Personalkostencontrolling spielt die Kennzahl im Rahmen der Personalkostenplanung eine Rolle, wenn Mitarbeiter auf- oder abgebaut werden. Auch im Rahmen der Szenarienvergleiche oder der Ver\u00e4nderungsanalyse kann anhand des Parameters \u201eHeadcount\u201c schnell identifiziert werden, in welchen Bereichen Personal auf- oder abzubauen ist.<\/p>\n
In vielen Unternehmen liegt der Teilzeitanteil mittlerweile bei 30-40 %, Tendenz steigend.<\/p>\n
Um eine Vergleichbarkeit von Personalkosten und Leistungen herstellen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen alle Teilzeitkr\u00e4fte auf Vollzeit\u00e4quivalente umrechnen, denn sonst w\u00fcrden \u00c4pfel mit Birnen verglichen. Mitarbeiter*innen, die in Teilzeit arbeiten, sind in der Arbeitsmenge und den Kosten nicht vergleichbar mit Vollzeitkr\u00e4ften, die exakt die gleiche T\u00e4tigkeit verrichten.<\/p>\n
Aus diesem Grund werden Vollzeitkr\u00e4fte als Referenzwert mit 1 FTE festgelegt, der Besch\u00e4ftigungsgrad der Teilzeitkr\u00e4fte als anteilige FTE. F\u00fcr die Berechnung der FTE in Summe werden die prozentualen Anteile der Teilzeitkr\u00e4fte zusammengerechnet.<\/p>\n
Vor allem durch die steigende Entwicklung im Teilzeitbereich wird das Personalkostencontrolling mit der Kennzahl FTE besser nachvollziehbar und steuerbar.<\/p>\n
Die Personalkosten sind das Herzst\u00fcck des Personalkostencontrollings, denn deren Planung bestimmt ma\u00dfgeblich, welchen Erfolg die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens mittel- und langfristig haben wird.<\/p>\n
Bestandteile der Personalkosten sind neben fixen Kostenbestandteilen wie das Monatsgehalt, Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge und Lohnsteuern auch variable Bestandteile wie Boni, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld.<\/p>\n
Die Personalkosten f\u00fcr tarifgebundene Mitarbeiter leiten sich aus entsprechenden Tariftabellen ab.<\/p>\n
Da die Berechnung komplex ist und sich auch monatlich \u00e4ndert, macht es Sinn, f\u00fcr die Berechnung der geplanten Kosten die IST-Personalkosten aus den entsprechenden Lohnabrechnungssystemen immer aktuell vorliegen zu haben. Denn so lassen sich Forecast, PLAN-Kosten und weitere Szenarien sehr einfach erstellen.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
Um ein Personalkostencontrolling genau durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen, und verl\u00e4ssliche Daten zu liefern, ist in erster Linie Genauigkeit gefragt. Es ist nat\u00fcrlich m\u00f6glich, eine pauschale Personalplanung durchzuf\u00fchren, wenn man gar nicht wei\u00df, welche Kosten zus\u00e4tzlich eingestellte Mitarbeitende verursachen. In den meisten F\u00e4llen liegen allerdings durchaus Referenzgr\u00f6\u00dfen vor. Das hei\u00dft es gibt bereits Mitarbeitende, die eine \u00e4hnliche Position innehaben, von denen man prognostizierte Kosten ableiten kann. Generell gilt: Nur eine mitarbeiterscharfe Planung kann die Grundlage f\u00fcr die Berechnung abh\u00e4ngiger Gr\u00f6\u00dfen sein, wie SV-Beitr\u00e4ge, Steuern und Boni. Eine pauschale Planung bietet die Granularit\u00e4t nicht.<\/p>\n
Unternehmen sehen sich in unsicheren Zeiten h\u00e4ufig damit konfrontiert, Entscheidungen zu treffen f\u00fcr die bisher keine Zahlen vorliegen. W\u00e4hrend man beim Abgang von Mitarbeitenden, von ganzen Abteilungen oder der Ver\u00e4nderung des Besch\u00e4ftigungsgrades durchaus einen Referenzwert vorliegen hat, ist dies beim geplanten Zugang von einzelnen Personen oder Teams nicht immer m\u00f6glich. Insbesondere dann, wenn die Inflation stark schwankt oder die Skills im Unternehmen bisher nicht vorhanden sind, kann es Sinn machen mit einer pauschalen Ma\u00dfnahmenplanung zu arbeiten. In dem Fall w\u00fcrde man die zu besetzenden Stellen mit einem Vergleichswert besetzen, der nicht 100 % exakt ist, sondern eine Sch\u00e4tzung.<\/p>\n
Generell gilt bei allen Kennzahlen zu Headcount, FTE und Kosten, dass die Vergangenheitswerte bereits im Lohnabrechnungsystem vorliegen. Es spricht also einiges daf\u00fcr die IST-Daten zu verwenden und eine Personalkostenplanung darauf aufzubauen, da man in der Planung lediglich die Abweichung von den IST-Werten definieren muss. \u00dcber Schnittstellen zu verschiedenen HR-Systemen ist es heute m\u00f6glich die Echtzeit-Daten mitarbeiterscharf als Planungsbasis einzusetzen. Solche Schnittstellen gibt es z.B. f\u00fcr HR-Systeme wie SAP HCM, SAP SuccessFactors, Personio, Workday, DATEV und viele Weitere. Aber auch wenn derartige Schnittstellen nicht vorliegen, ist es in der Regel m\u00f6glich \u00fcber Excel-Importe das Personalkostencontrolling auf regelm\u00e4\u00dfiger Basis durchzuf\u00fchren.<\/p>\n
Im Sinne der Zeitersparnis ist es jedem Personalplaner zu empfehlen mit IST-Daten aus integrierten HR-Systemen zu arbeiten.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
Szenarienvergleiche sind ein n\u00fctzliches Werkzeug, um verschiedene prognostizierte Entwicklungsm\u00f6glichkeiten zu betrachten und zu vergleichen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass wir als Menschen oft linear denken und uns mit mehr als 4 Variablen \u00fcberfordert f\u00fchlen. Deshalb ist es wichtig, bei unseren Entscheidungen und Vorhersagen auf Vergleichbarkeit zu achten.<\/p>
Wir sollten uns bewusst sein, dass unsere Entscheidungen selten vollst\u00e4ndig rational sind und oft von Emotionen und pers\u00f6nlichen Erfahrungen beeinflusst werden. Eine M\u00f6glichkeit, unsere Entscheidungen zu verbessern, besteht darin, verschiedene Szenarien zu untersuchen und im Personalkostencontrolling bez\u00fcglich Headcount, FTE und Kosten miteinander zu vergleichen.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
Beim Vergleich von Szenarien im Personalcontrolling ist es in erster Linie wichtig, die wahrscheinlichsten Annahmen und Optionen vorab zu treffen, um hinterher m\u00f6gliche Worst- und Best-Case Szenarios zu identifizieren.<\/p>
So kann derzeit aufgrund der hohen Inflation mit Kostensteigerungen von 5 % oder eher 10 % ausgegangen werden, die man gleichm\u00e4\u00dfig auf alle Mitarbeitenden verteilen k\u00f6nnte. Alternativ kann auch die Annahme getroffen werden, dass in Abteilungen, wo ein Fachkr\u00e4ftemangel herrscht, die Kostensteigerung h\u00f6her sein muss, um dort die Mitarbeiter zu halten. Die Kostensteigerungen k\u00f6nnen allerdings auch durchaus niedriger ausfallen und nur bei Neueinstellungen zum Tragen kommen.<\/p>
Neben Kostensteigerungen spielen Szenarien im Bereich Mitarbeiteraufbau und Abbau nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Rolle. Welche Kosten verursachen geplante Neueinstellungen an einem bestimmten Standort? Und welche Kostenersparnis ergibt sich, wenn in einzelnen Kostenstellen ein Personalabbau als m\u00f6gliches Szenario vorstellbar ist?<\/p>
Diese Fragen lassen sich sehr \u00fcbersichtlich mit dem Reporting der Personalkostenplanung beantworten und miteinander vergleichen. Die Entscheidung, welche Wege zum Ziel f\u00fchren, ist h\u00e4ufig durch Budgetvorgaben bereits vorgegeben. Wie dieses Ziel <\/span>allerdings erreicht wird, bestimmt das Personalkostencontrolling auf Basis von Szenarienvergleichen bei gleichzeitigem Abgleich des vorhandenen Budgets aus dem Finanzcontrolling.<\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Im Reporting einer Personalkostenplanung sollte auf einen Blick erkennbar sein, wie sich zwei oder mehr Szenarien zueinander verhalten. In einer \u00fcbersichtlichen Darstellung ist erkennbar, welche Personalkosten Szenario 1 und welche Kosten Szenario 2 verursacht und welche Ma\u00dfnahmen im Einzelnen den Unterschied verursacht haben. Auch die Ver\u00e4nderungsanalyse in Bezug auf Headcount und FTE ist zentral auf einen Blick erkennbar. F\u00fcr die Darstellung empfehlen sich Balkendiagramme, da dies aus Excellisten nicht immer schnell zu erfassen ist.<\/p>\n Im Personalkostencontrolling sind Headcount, FTE und Personalkosten die entscheidenden Einflussgr\u00f6\u00dfen. Ein wertvolle Analysemethode hierf\u00fcr ist die Headcount Bridge, womit die L\u00fccke zwischen dem aktuellen Personalbestand eines Unternehmens und dem ben\u00f6tigten Personalbestand f\u00fcr die Erreichung seiner Ziele zu beschrieben wird. Sie stellt auch die geplanten \u00c4nderungen im Personalbestand (z.B. Einstellungen, Entlassungen oder Umstrukturierungen) dar. Empfehlenswert ist es mit einem Self-Service-Reporting Tool zu arbeiten, in denen sich Mitarbeiter von Personalcontrolling oder Finanzcontrolling eigene Reports jederzeit nach Belieben zusammenstellen k\u00f6nnen.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t Die rollierende Personalkostenplanung ist eine Methode der Personalkostenplanung, bei der der Planungshorizont kontinuierlich aktualisiert wird und die Ist-Daten in die Planung einflie\u00dfen. Durch die regelm\u00e4\u00dfige Aktualisierung des Planungshorizonts mit aktuellen Daten wird eine h\u00f6here Genauigkeit der Planung erreicht.<\/p>\n Durch die Erg\u00e4nzung von zuvor geplanten Ma\u00dfnahmen ist keine manuelle Neuerfassung n\u00f6tig. Dies bedeutet, dass der Plan laufend aktualisiert werden kann, um \u00c4nderungen und unvorhergesehene Ereignisse zu ber\u00fccksichtigen, ohne dass dies einen erheblichen manuellen Aufwand erfordert.<\/p>\n Diese Methode bietet beste Voraussetzungen f\u00fcr das Forecasting, da die Aktualisierung der Planungshorizonte auf der Grundlage von aktuellen Daten dazu beitr\u00e4gt, genauere Vorhersagen f\u00fcr die Zukunft zu treffen.<\/p>\n Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glicht die rollierende Personalkostenplanung eine schnellere Reaktion durch zeitnahen Plan\/Ist-Abgleich. Durch den kontinuierlichen Abgleich der Ist-Daten mit dem Plan kann das Unternehmen schnell auf Abweichungen reagieren und Ma\u00dfnahmen ergreifen, um die Planung anzupassen.<\/p>\n Die rollierende Personalkostenplanung ist die laufende Aktualisierung der Personalkostenplanung innerhalb im laufenden Gesch\u00e4ftsjahr. Im Gegensatz zur j\u00e4hrlichen Planung, die am Anfang des Jahres durchgef\u00fchrt wird und dann f\u00fcr das gesamte Jahr gilt, erlaubt die unterj\u00e4hrige Planung, dass Anpassungen an den Plan vorgenommen werden, um die laufenden Gesch\u00e4ftsanforderungen und Ver\u00e4nderungen im Personalbedarf zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n Die unterj\u00e4hrige Personalkostenplanung beinhaltet normalerweise eine regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberpr\u00fcfung der Personalkostenbudgets, um sicherzustellen, dass sie in Einklang mit den tats\u00e4chlichen Ergebnissen sind. Falls erforderlich, k\u00f6nnen Anpassungen an der Planung vorgenommen werden, um Abweichungen zwischen den tats\u00e4chlichen Ergebnissen und den erwarteten Ergebnissen auszugleichen.<\/p>\n Die H\u00e4ufigkeit ist in den Unternehmen unterschiedlich verteilt, folgende Frequenzen sind \u00fcblich:<\/p>\n Wie h\u00e4ufig ein Unternehmen die Personalkostenplanung durchf\u00fchrt, h\u00e4ngt von den internen Prozessen ab. Je flexibler das Planungssystem und je aktueller die zugrunde liegenden Daten, desto realistischer ist die Personalkostenplanung. Das Personalkostencontrolling in den oben definierten zeitlichen Abst\u00e4nden ist auch daf\u00fcr zust\u00e4ndig bei Bedarf Anpassungen an der Planung vorzunehmen, z.B. wenn Budgets- \u00fcber oder unterschritten werden.<\/p>\n Sie interessieren sich f\u00fcr ein integriertes Personalkostencontrolling f\u00fcr Ihr Unternehmen?<\/strong><\/p>\n4. Reporting und Szenarienvergleiche im Personalkostencontrolling wirksam einsetzen<\/h2>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
Geplante Personalkosten zueinander in Beziehung setzen <\/strong><\/span><\/h3>\n
Welche Kennzahlen sollte ein HR-Controlling-Dashboard enthalten?<\/strong><\/span><\/h3>\n
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5. Unterj\u00e4hrige Forecasting mit rollierender Personalkostenplanung<\/h2>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t
Vorteile der rollierenden Personalkostenplanung<\/span><\/strong><\/h3>\n
H\u00e4ufigkeit der rollierenden Personalkostenplanung <\/strong><\/span><\/h3>\n
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